Freiwillige Feuerwehr Legden

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Jugendfeuerwehr

Jugendfeuerwehr probt Ernstfall Einsatz-Marathon mit Rauch

LEGDEN/ASBECK Vermisste Person in brennender Werkstatt! - Es ist der vierte Übungseinsatz innerhalb von 24 Stunden für den Feuerwehrnachwuchs. Noch einmal mobilisieren die 22 Jugendlichen nach dem Notruf am Samstagvormittag ihre letzten Kräfte, springen in die Uniformen und fahren im Löschfahrzeug mit Tempo und Blaulicht zur abgelegenen Bauernschaft.

Sie sind übermüdet und angespannt. Die vergangenen Stunden haben nicht nur körperlich an der Substanz gezehrt. Bereits um sechs Uhr morgens ging ein Alarm in der Zentrale im Feuerwehrgerätehaus ein: verletzte Personen in der Steinkuhle. Vier Menschen haben die Jugendlichen, auf Tragen oder zu Fuß, gestützt zwischen zwei Helfern, aus dem unwegsamen Gelände gerettet. Das war anstrengend.

Ausgeschlafen war zu diesem Zeitpunkt keiner der Jungen und Mädchen. Denn: Bereits in der Nacht waren sie im Einsatz. Ein "Tier in Notlage" musste aus einem Baum befreit werden. Das gehört genau so zu den Aufgaben der Feuerwehr wie das Abbinden einer Ölspur oder der Notruf beim Austritt giftiger Chemikalien. Mit diesen Einsätzen hatte der Freitag für die Jugendfeuerwehr begonnen. Bei allen Notrufen handelt es sich um Übungen im Rahmen des Berufsfeuerwehrtages.

Alle zwei Jahre prüfen die Ausbilder über zwei Tage die theoretischen und praktischen Fertigkeiten ihrer 12- bis 17-jährigen Schützlinge.

Als die Einsatzfahrzeuge den Bauernhof erreichen, weiß noch niemand der Jugendlichen, was sie erwartet. Aus einem großen Nebengebäude quellen dichte Rauchschwaden. Vor dem Tor liegt eine leblose Person. Neben dem Löschwagen versammelt Mary-Ann Blanke die Truppe. Die 13-Jährige ist für diesen Einsatz als Gruppenführern bestimmt.
Führungseigenschaften fördern

"Damit testen und fördern wir auch Führungseigenschaften", sagt Dirk Schulten, Jugendfeuerwehrwart aus Asbeck. Jetzt steht er neben Mary-Ann vor der Gruppe und weist sie leise in die Kommandofolge ein. Mary-Ann bestimmt die Reihenfolge der Rettungsfolge und stellt die Trupps zusammen: "Menschenrettung vorbereiten!", befiehlt sie. "Du und du", zeigt sie auf die Kollegen, "ihr seid der Angriffstrupp. Ihr zwei betreut die Patienten! Du bist am Verteiler und du der Maschinist."

Als einziges Mädchen am Platz zeigt die Legdenerin keine Scheu vor klaren Ansagen. Schläuche werden ausgerollt und der Angriffstrupp kriecht mit Scheinwerfern in das qualmende Gebäude.

Dicht an Mary-Anns Seite hält sich Nico Niggenhüser. Er ist heute Melder und ihr engster Mitarbeiter. Beide sind neben dem Angriffstrupp mit Funkgeräten ausgestattet. So halten sie Kontakt in das Innere der Werkstatt: "Angriffstrupp, bitte kommen!", ruft Nico in das Funkgerät. "Habt ihr schon Personen gefunden?" Mit knarzender Stimme rauscht es aus dem Empfänger: "Negativ. Wir tasten uns noch durch den Raum!"

Kurze Zeit später ist es geschafft. Hustend und erschöpft schleppen sich die Retter mit den vermissten Personen an die frische Luft.
Leistungsflammenstufe 1

Obwohl eine Nebelmaschine den Rauch nur künstlich erzeugt hat, ist der Feuerwehrnachwuchs beeindruckt ob der plötzlichen Orientierungslosigkeit, die die Rettung extrem erschwert haben. "In der Praxis ist das meist schwarzer und giftiger Qualm", weiß Jens Wessels, Gemeindejugendfeuerwehrwart in Legden.

Die fünf Ausbilder, die während der Übungen ihre Schützlinge beobachtet haben, sind hoch zufrieden. Am Ende des Tages steht dem Feuerwehrnachwuchses noch der Lohn für die Mühen ins Haus: Die Jugendlichen haben alle die Prüfung zur Leistungsflammenstufe 1 geschafft.

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21.06.2015

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Mit Feuereifer gelöscht Floriansjünger trainieren ihre Fertigkeiten bei Großübung

LEGDEN Eine schwarze Rauchsäule steigt am Samstagvormittag über der Schöppinger Bauerschaft Haverbeck in den wolkenverhangenen Himmel auf. „Halle in Vollbrand“ lautet der Einsatzcode für die Rettungskräfte.

Bei einer gemeinsamen Großübung der Jugendfeuerwehren aus Legden, Asbeck, Schöppingen und dem Malteser-Nachwuchs warten noch größere Herausforderungen auf die jungen Helfer. Auf dem Bauernhof der Familie Feldhaus wabern dichte Rauchschwaden aus der hinteren Maschinenhalle. Aus dem offenen Gebäude wehen Hilferufe über den Platz. Mit lautem Sirenengeheul rollen die Löschfahrzeuge und Rettungswagen über die Zufahrt zum Gehöft. Kaum hält der Tross, springt der Feuerwehrnachwuchs in blau-oranger Kleidung und mit orangen Helmen aus den Fahrzeugen und nimmt neben dem Auto Aufstellung.

Die Gruppenleiter weisen die nächsten Schritte an: Suche und Bergung von vermissten Personen und Brandbekämpfung. Für die Wasserversorgung muss eine Schlauchleitung bis zur Vechte verlegt werden. Geschätzte 1000 Meter über Wiesen und Acker. Die 35 Jungen und Mädchen kennen die notwendigen Handgriffe aus den Übungsstunden. Jetzt kommt es auf den Einsatz in der Praxis und das Zusammenspiel mit den Kollegen an. Das ist das Ziel der Übung.
„Da sind noch Leute drin!“

Über den Hof wankt plötzlich ein Mann, schwenkt die Arme über den Kopf und deutet immer wieder in Richtung des qualmenden Gebäudes: „Da sind noch Leute drin!“ Zwei Feuerwehrmänner nehmen den Verletzten in Obhut. An ihnen vorbei hasten Kollegen in Atemschutzausrüstung und begeben sich auf die Suche nach weiteren Opfern. Insgesamt neun leicht verletzte Personen werden sicher geborgen. Sie tragen an ihren Jacken Klebezettel mit der Diagnose, die nun behandelt werden muss: Schock, Kopfverletzung, Brandwunden am Arm, Rauchvergiftung. Am Wohnhaus, außerhalb der Gefahrenzone, haben die First Responder des Malteser Hilfsdienstes ihre Basis aufgebaut.

Auch hier soll der Nachwuchs die Situation eines Ernstfalls kennen lernen. Jeder Patient wird von einem jungen Ersthelfer betreut. „Für die Jungen und Mädchen ist es der erste Einsatz in diesem Umfang“, sagt Andé Frenzel, Pressesprecher der Schöppinger Malteser. „Sie haben das Meiste davon zwar bereits in der Theorie gehört oder im Erste-Hilfe-Kurs geübt, doch hier in der Praxis lernen sie es viel besser und einprägsamer.“
Patienten in Obhut

Zaghaft legen die Jugendlichen Hand an ihre Patienten: Sie fragen Personalien ab, lokalisieren Schmerzen und versorgen Wunden, messen Puls, Blutdruck und Sauerstoffsättigung. Alle Daten werden sorgfältig in so genannte Sichtungskarten eingetragen. Immer nebendran: die Ausbilder. Sie geben ihren Schülern wertvolle Tipps und mit ihrer Präsenz doch ein bisschen ein Gefühl von Sicherheit. Beherzt hat die elfjährige Marie-Theres Relleke ihrem Verletzten Leon Liesert einen Kopfverband angelegt. „Den behalte ich dran“, ruft der 13-Jährige begeistert und möchte am liebsten am Montag damit in die Schule gehen.

Kumpel Niclas Münstermann trägt einen Verband am Arm. Beide Jungen hatten sich im Vorfeld freiwillig als Statisten gemeldet und fühlen sich in ihrer Rolle prima. Nun überlegen sie, sich der Jugendfeuerwehr anzuschließen. Unter Hochdruck hat auch der Feuerwehrnachwuchs gearbeitet: Durch sechs Leitungen schießt das Wasser und prasselt auf die vermeintlichen Brandherde nieder. Wenig später ist das letzte Fünkchen erloschen.

Die Ausbilder der Feuerwehren und des Malteser Hilfsdienstes sind hoch zufrieden mit ihren Schützlingen. „Ihr habt das fachlich super gemacht“, resümiert Thomas Herdt und weiß: „Die Routine kommt mit der Erfahrung.“ Bei einer Übung Fehler zu machen, sei sogar wichtig, sagt Frenzel. „Denn nur so könnt ihr daraus lernen.“ Für die Unterstützung bedankten sich die Organisatoren besonders bei der Familie Feldhaus und der Polizei und allen freiwilligen Helfern.

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